12. Mai —
18. Juni 2017

NSK State Venice Pavilion in Vienna – Thinking Europe

Ramesch Daha, Anna Jermolaewa

curated by Into the City

© IRWIN
Der Pavillon des NSK State in Time soll dazu dienen, Themen wie Staatsangehörigkeit, das gemeinsame kulturelle oder politische Erbe sowie die Bedeutung des Staates einer Neubetrachtung zu unterziehen.
Es geht dabei um die Fragen, die den politischen Staat heute am meisten beunruhigen: Migration, Geschichte und Identität.
Der Pavillon besteht aus zwei Teilen:

1. Eine Apologie der Moderne

NSK ist ein Staat in der Zeit, der anstelle eines Staatsgebiets Aufmerksamkeit und Aktion beansprucht. Der erste Teil des Pavillons ist deshalb einer Form gewidmet, wie wir sie heute mit den alten Imperialstaaten in Verbindung bringen – der Apologie. In diesem Fall handelt es sich um eine „Entschuldigung für die Moderne“, die sich insofern von anderen unterscheidet, als dass sie nicht nur die Vergangenheit anerkennen, sondern auch Einfluss auf die Zukunft nehmen möchte. Diese, im Namen der westlichen, liberalen Welt verfasste „Entschuldigung für die Moderne“, wurde in Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Berater Tomaž Mastnak entwickelt und richtet sich an Menschen, die fliehen mussten, sowie an jene, die nicht die Möglichkeit hatten zu fliehen.

2. Neue Symbolische Unordnung

Zentraler Aspekt der Installation Europa im zweiten Teil sind Antworten von 100 verschiedenen Bürger*innen, Migrant*innen und Staatenlosen auf Fragen zum „Europäischen Erbe“ und der eigenen Geschichte. Durch die Präsentation unterschiedlicher Kollektivitäten und Zukunftsperspektiven, die über den dunklen Horizont unserer Gegenwart hinausweisen, soll dieses Erbe neu definiert werden.

Passamt

Im Pavillon befindet sich auch ein provisorisches NSK Passamt. Asylsuchende führen Besucher*innen durch die Ausstellung und erzählen von ihren Migrationserfahrungen und ihrem Leben in Österreich. Alle, die einen Pass beantragen und zu einem Dialog bereit sind, bekommen einen Pass ausgestellt und werden damit NSK Neubürger*innen.

Installation Europa
Für die Installation Europa befragten Ramesch Daha und Anna Jermolaewa an die 100 Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nach Europa gekommen sind. Mittels eines Fragebogens stellten die Künstlerinnen allgemeine und persönliche Fragen nach der jeweiligen Perspektive auf Europa, wie: „Was bedeutet Heimat für Sie?, Was bedeutet Europa für Sie?, Wie sollte ein zukünftiges Europa aussehen?“. Basierend auf der Frage „Was ist Ihr Lieblings-Kunstwerk?“ interpretierten und malten die Künstlerinnen die Antworten. Aus diesem Archiv an Antworten ergibt sich ein universelles und zugleich äußerst persönliches Bild. Anstatt die Antworten durch konventionelle Erzählformen zusammenzufügen, öffnet die Installation eine Vielzahl von Verbindungen und Geschichtssträngen. Sie ist ein kritischer Kommentar zum „Europäischen Narrativ“ und stellt gleichzeitig Fragen nach der Zukunft Europas. Die Arbeit ist ein offenes Archiv an Erfahrungen, Ideen und Hoffnungen. 

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