Schauspiel / Doku-Fiktion / Budapest / PREMIERE IM DEUTSCHSPRACHIGEN RAUM
Der ungarische Theaterregisseur Árpád Schilling erkundet, wie junge Menschen von heute mit verkrusteten Ideologien und Institutionen zu kämpfen haben, und sucht nach neuen Wegen zu einer gerechteren Gesellschaft: 15 Jugendliche aus Siebenbürgen erzählen die faszinierende Geschichte einer Schauspielerin, die in einer Dorfschule Theater unterrichtet. Mehr
Árpád Schilling möchte die Frage nach einem anderen, produktiveren und gerechteren Zusammenleben in einer Gesellschaft nicht den Rechten oder Religiösen überlassen. Deshalb beschloss er am Zenit seines internationalen Erfolgs, nicht länger klassische Dramenliteratur zu inszenieren, löste seine Schauspieltruppe auf und begab sich in die Wirklichkeit. Nun untersucht er das Bewusstsein von Kindern und Jugendlichen zwischen verkrusteten Ideologien und Institutionen. In Interviews und Recherchen entstand ein Bild der Lage, das zur Trilogie Krízis führte. Es geht einerseits um sexuellen Missbrauch und andererseits um den Versuch gemeinsamen Handelns. Im dritten Teil A papnő erzählen 15 Jugendliche aus Transsilvanien und drei Schauspieler in fiktiven und dokumentarischen Szenen die Geschichte einer Budapester Schauspielerin, die aufs Land zog, um in einer Dorfschule Theater zu unterrichten: spielerisch, unkonventionell, gewagt. Widerspruch blieb nicht aus. Schüler und Dorfbewohner geben Auskunft über ihre wirtschaftliche Lage, über Erinnerungen an die Zwangskollektivierung, die Integration der Roma, die Botschaften der neuen Lehrerin.
Die Aufführung ist auf der Höhe der Komplexität und Unberechenbarkeit ihres dokumentarischen Materials, überraschend in jeder Minute und geeignet, unter allen Altersgruppen – speziell bei Lehrern und Schülern – heiße Diskussionen auszulösen.
Von Árpád Schilling war bei den Wiener Festwochen 2005 Siráj – Möwe zu sehen.
WenigerTEXT UND INSZENIERUNG / Árpád Schilling
PRODUZENT / Márton Gulyás
REGIEASSISTENZ / Bálint Juhász
KÜNSTLERISCHE MITARBEIT / Osonó Színházműhely, Lóránd Bartha, Bernadett Daragics, Mihály Fazakas, Oszkár Mucha
Video / Krisztián Pamuki, Máté Tóth Ridovics, Péter Fancsikai, Balázs Budai
MIT / Lóránt Bartha, Kálmán Bíró, Lilla Sárosdi, Sándor Terhes
SCHÜLER / Márta Bajka, Sándor Bartha Levente, Emese Boldizsár, Annamária Daró, Jolán Dobondi, Kati Gábor Kinga, Kata Imre-Munteanu Kikerics, Eszter Incze, Attila Komán, Janka Korodi, Erika Lukács, Erzsébet Maksai, Ágnes Márton, Tímea Mónika Tankó
Spielort
Halle G im MuseumsQuartierSpieltage
30.05.12 20:30Preise
EUR 15,- / 20,- / 30,-Sprache
Ungarisch mit deutschen ÜbertitelnDauer
ca. 1 Std. 30 Min., keine PausePUblikumsgespräch
31. Mai, im Anschluss an die Vorstelllung, Halle G im MuseumsQuartier