Schauspiel-Performance / Buenos Aires / Wien / AUFTRAGSWERK / Uraufführung
Melancolía y manifestaciones ist eine sehr persönliche und anrührende Arbeit der argentinischen Performerin und Regisseurin Lola Arias. Ihre Mutter brachte sie 1976, zum Zeitpunkt der Machtergreifung durch die neue Junta, zur Welt und verfiel in eine postnatale Depression, die bis heute andauert. Wie politisch ist die Krankheit, wie privat der Protest? Mehr
Wie politisch ist die Krankheit, wie privat der Protest? Die argentinische Autorin, Regisseurin, Schauspielerin und Sängerin Lola Arias stellt sich selbst, ihre melancholische Mutter und die postdiktatorische argentinische Gesellschaft zehn Jahre nach dem Staatsbankrott auf die Bühne und vor den Spiegel. Als Lola 1976 geboren wurde, putschte sich in Argentinien erneut das Militär an die Macht, übernahmen Diktatur und Staatsterror in bislang nicht gekanntem Ausmaß das Zepter. Es herrschten Wirtschaftskrise und ein schmutziger Krieg der Junta gegen Oppositionelle jedweder Couleur. Lolas Mutter, eine progressive Universitätsprofessorin für Literatur, wurde postnatal depressiv. Und blieb es bis heute. „Meine Schuld?“, fragt Lola. Oder innere Emigration, Eingehen statt Aufbegehren angesichts der trostlosen Lage des Landes und seiner Bewohner? Wie viele weitere argentinische Intellektuelle wurden 1976 manisch-depressiv? „Melancholie gilt als Krankheit der Genies, als literarisches oder kontemplatives Leiden. Ich weis nicht, warum meine Mutter krank ist. Ich weiß nur, dass ihr eine Wolke über dem Kopf schwebt, die ihr dauernd einen Schatten aufs Gesicht wirft. Was manchmal beängstigend wirkt und manchmal wunderschön.“ Das poetische Krankentagebuch über ihre siebzigjährige Mutter kontrastiert Lola Arias mit den wöchentlichen Demonstrationen alter Menschen im Zentrum von Buenos Aires.
WenigerTEXT UND Inszenierung / Lola Arias
Dramaturgie UND PRODUKTION / Sofia Medici
Choreografie / Luciana Acuña
Bühne / Mariana Tirantte
Musik / Ulises Conti
Video / Nehle Wohlatz
Videotechnik / Marcos Medici
KOSTÜME / Sofia Berakha
Regieassistenz / Gabriel Zayat
Technischer Tour Direktor / Gustavo Kotik
tour manager / Luz Algranti
Künstlerische Mitarbeit / Jimena Anganuzzi
MIT / Lola Arias, Elvira Onetto, Mario Aitel, Vicente Fiorillo, Ernestina Ruggero, Noelia Sixto
Spielort
brut im KünstlerhausSpieltage
13.05.12 20:00Preise
EUR 19,-Sprache
Spanisch mit deutschen ÜbertitelnDauer
ca. 1 Std. 20 Min., keine PausePUBLIKUMSGESPRÄCH
14. Mai, im Anschluss an die Vorstellung, brut im KünstlerhausA Falta que nos Move
Ein Film von Christiane Jatahy